Design

 

Bauhaus Industrial Mid-Century-Moderne Skandinavien
       
  In der Kategorie Design findet sich das deutsche Bauhaus, das fast zeitgleich mit dem französischen Art Déco mit vielen - teils noch heute produzierten Entwürfen wie der Tischleuchte von Wilhelm Wagenfeld - Designgeschichte schrieb. Das Staatliche Bauhaus wurde unter seinem Gründungsdirektor Walter Gropius 1919 als Kunstschule eröffnet. Unter seinem Dach entwickelte sich die Avantgarde der Klassischen Moderne in den Bereichen Architektur, freie Kunst und Design (angewandte Kunst). Noch immer prägt es die Wahrnehmung deutschen Designs im Ausland und beeinflusst die Arbeit der Designer. 1925 erfolgte der Umzug nach Dessau, von wo es 1932 nach Berlin umsiedelte, ehe es 1933 von den National-sozialisten als „entartet“ geschlossen wurde. Im Bauhaus entwickelten sich der Funktionalismus und die Neue Sachlichkeit. Henry van de Velde und Walter Gropius arbeiteten an einer neuen Formensprache, die den industriellen Herstellungsprozess von der Ästhetik des Historismus, der kunsthandwerklich gestaltete Ornamente durch industrielle Massenfertigung verkitschte, befreien sollte. Namhafte Mitglieder des Bauhaus‘ waren Lyonel Feininger, Ludwig Mies van der Rohe, Paul Klee, Wassily Kandinsky und Werkmeister Christian Dell.

Unter Industrial Design findet sich alles, was seinen Ursprung in den Fabriken und Büros hatte. Die Geschichte der Eisenmöbel beginnt bereits im 18. Jahrhundert im Zuge der Industrialisierung Europas. Inzwischen mutierten die Industrial Design Objekte vom funktionalen Hilfsmittel des Arbeitslebens zum „Stilmittel“ individueller Interieurs. Konzipiert für ein langes und strapaziöses Arbeitsleben in Werkstatt oder Büro, zeichnen sie sich durch eine robuste Bauweise und hohe Verarbeitungsqualität aus. Wegen der großen Nachfrage werden z.B. Jielde Leuchten und Tolix Eisenmöbel wieder neu gefertigt. Diesen Neuauflagen fehlt aber die Patina, die jedes der alten Stücke einzigartig macht.

 

 

In den Büros bestand Bedarf an Mobiliar aus schwer brennbaren Materialien. Auf Grund der großen Feuergefahr der damaligen Zeit entstehen ab 1910 Firmen, spezialisiert auf Entwurf, Herstellung und Vertrieb von Metallmöbeln. Daneben fordert die adäquate Beleuchtung der Arbeitsplätze, sowohl des Maschinisten an seiner Drehbank als auch der Schreibkraft im Büro, die Kreativität der Designer. Ab den 1920er Jahren erfüllen mehrarmige, verstellbare Klemm- und Schreibtischleuchten vielfache Anforderungen. Der absolute technische wie gestalterische Höhepunkt bei Schreibtisch- und Arbeitsleuchten wird durch die „Jielde“ Leuchten von Jean-Louis Domecq markiert.

Mid-Century-Moderne verkörpert organisches Design wie von Charles & Ray Eames oder auch Egon Eiermann sowie Objekte des anbrechenden Plastik Zeitalters der 1960er und 1970er Jahre wie die Pistillo und Pistillino Leuchten des Studio Tetrarch, Mailand.

Skandinavisches Design steht für schlichte Gestaltung, hohen Gebrauchswert und demokratische Werte. In der zweiten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts ist das skandinavische Design zu einer festen Größe geworden und drückt eine besondere Form der „Leichtigkeit des Seins“, des unbeschwerten Lebens, aus. Prominente Formgeber wie zum Beispiel Alvar Aalto, Hans Wegner, Poul Cadovius und der Arne Jacobsen Schüler Verner Panton trugen zum internationalen Renommee bei. In der amerikanischen Öffentlichkeit eroberte sich die skandinavische Moderne den Status einer handwerklichen Alternative zu den Stahl- und Glasmöbeln des internationalen Modernismus. Verlor das sachliche Design-Konzept der Skandinavier während der grell bunten und Kunststoff-üppigen Postmoderne in den 1970er und 1980er Jahren an Bedeutung, so erlebt es seit den frühen 1990er Jahren eine enorme Wiederbelebung im Sinne von „weniger ist mehr“.


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